Straight Outta Tinder

Wenn von heute auf morgen das Internet verschwände – könnten wir dann eigentlich noch überleben? Könnten wir uns fortpflanzen? Fänden wir uns im Real-Life noch gegenseitig? Oder können wir das vielleicht nur noch online?

Wissen wir heute noch, wie man spontan flirtet? Wir alle tragen unser eigenes kleines Privatuniversum mit uns herum – die ganze digitale Welt unseres Smartphones schirmt uns ebenso von der Außenwelt ab, wie die omnipräsenten Noise-Cancelling-Kopfhörer. Wie kommt man spontan mit jemandem ins Gespräch, der Kopfhörer trägt? Und wie baut man den vorsichtigen ersten Blickkontakt zu jemandem auf, der auf sein Smartphone schaut?

Haben wir so viel Angst, uns verletzlich zu machen, dass wir uns nur in ständiger Abschirmung durch die Welt bewegen mögen? Unsere eigene digitale Welt so angenehm kontrollieren zu können, lässt vielleicht die Angst vor der unkontrollierbaren Wirklichkeit nur noch größer werden. Das Risiko, das uns im Leben begegnet, ist unkalkulierbar – und damit beängstigend. Doch gerade das ist der Flirt: er ist unkalkulierbar, etwas beängstigend – und aufregend! Das digitale Leben ist flach wie der Bildschirm auf dem es stattfindet. Begegnungen im echten Leben beleben uns. Ob nun etwas daraus wird oder nicht – ein Lächeln und ein nettes Wort verzaubern den Tag und steigern das Selbstbewusstsein. Und Selbstbewusstsein wiederum steigert Attraktivität. Je mehr wir uns im harmlosen, verspielten Flirten üben, desto aufmerksamer werden wir für andere Menschen – und wir werden gelassener! Irgendwann vergeht die Angst, und es bleibt stattdessen eine erfrischende Nervösität – die das Leben erst so richtig spannend macht!

Also – setzen Sie die Kopfhörer ab, packen Sie das Smartphone in die Tasche, und seien Sie mutig! Für den guten Atem sorgt St. Sin – und wenn Sie vor der Mutprobe noch einen Crashkurs im Flirten brauchen, lesen Sie doch einfach noch hier weiter: Flirting – Code: Die weibliche Körpersprache.