Phubbing – wenn das Smartphone mit am Tisch sitzt

Das Internet ist randvoll mit Dating-Tipps – leider nützen sie alle nicht viel, wenn das Date vom Smartphone bestimmt wird. „Phubbing“ – der Begriff setzt sich zusammen aus Phone (Telefon) und snubbing (jemanden vor den Kopf stoßen) – und bezeichnet die Angewohnheit, sich mit dem Handy zu beschäftigen, anstatt sich seinem realen Gegenüber zuzuwenden.

Die Studie

Eine Studie der Baylor University in den USA untersucht die Auswirkungen dieser digitalen Unachtsamkeit. 46,3 Prozent der Befragten gaben laut der Studie an, sich von ihrem Partner schon einmal wegen des Smartphones vernachlässigt gefühlt zu haben.

Das Handy in Griffbereitschaft auf dem Tisch: das signalisiert dem Gegenüber, nicht die volle Aufmerksamkeit zu bekommen – und ruft bei ihm das Gefühl hervor, ausgeschlossen zu sein. Und wer sich ausgeschlossen fühlt, möchte sich schützen, sich zurückziehen – und reagiert daher ebenfalls mit dem Griff nach dem Handy. Und wenn am romantisch gedeckten Tisch nun zwei sitzen, die schweigend über ihre Smartphones wischen – dann ist der Abend wohl dahin.

Respektlosigkeit in allen Beziehungen?

Generell gilt aber: Phubbing ist nicht nur in (werdenden) Beziehungen respektlos. Auch an Kollegen, Freunde oder Bekannte sendet es die implizite Botschaft: „Du langweilst mich.

Offenbar können wir uns nie ganz lösen von dem, was wir im Netz gerade verpassen könnten: ob im Messenger oder auf Instagram – irgendetwas piepst ständig nach unserer Aufmerksamkeit. Doch: eine Studie der Universität Bonn mit 60.000 Probanden zeigt, dass diese sich rund 2,5 Stunden pro Tag mit dem Smartphone beschäftigten. Im Schnitt 88 Mal am Tag auf das Display schauten. Man könnte daraus folgern, dass die digitale Welt doch bereits mehr als genug Aufmerksamkeit von uns bekommt. Wir können also nur davon profitieren, wenn wir dies gelegentlich mal abschalten.

Wir scheinen zu vergessen, dass es nicht nur im Netz eine Menge zu verpassen gibt. Und die verpasste Chance im Kerzenlicht lässt sich leider nicht so einfach nachholen, wie die Nachrichten im Chatverlauf – die wir schließen auch ein paar Stunden später noch nachlesen können.