Männer und Frauen: Topfschlagen im Minenfeld

Nicht nur beim Flirten ähnelt die Kommunikation zwischen Mann und Frau dem Topfschlagen im Minenfeld. Auch im
alltäglichen Austausch zwischen den beiden Geschlechtern – sei es am Arbeitsplatz oder in der Beziehung – hüpft man
leichtfüßig in die Fettnäpfchen, meist ohne es zu bemerken. Dabei helfen schon ein paar einfache Regeln, um die ein
oder andere (verbale?) Ohrfeige zu vermeiden.

Was macht Männer und Frauen in der Kommunikation so verschieden?

Die Gene. Für Männer, die in frühzeitlichen Gemeinschaften das Jagen übernahmen, war eine Kommunikation überlebenswichtig, die aus präzisen, knapp gehaltenen Informationen bestand. „Wo sind die Tiger?“- „Unten am Wasser“ – „Wie viele?“ – „Zwei“ (Ende der Konversation). Frauen waren jedoch für die Entwicklung und Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen zuständig – für sie ging es in der Kommunikation daher um den Austausch von Gefühlen. Um die Gemeinschaft zusammenzuhalten, mussten sie Konflikte rechtzeitig erkennen, aufkommenden Streit schlichten und
auch den Subtext zwischen den Zeilen lesen.

Die gesellschaftliche Prägung. Die Welt der Jungen dreht sich schon früh um Hierarchie- und Machtgefüge. In den meisten kindlichen Jungenspielen zählt das Kräftemessen und Gewinnen. Mädchen achten dagegen eher darauf, eine Gemeinschaft zu bilden und sich nicht ausgeschlossen zu fühlen. Bei ihren Spielen ist das Dabeisein wichtiger, als das
Gewinnen.

Was bedeutet das für die Kommunikation genau?

Tendenziell verspüren Männer das Gefühl, sich beweisen zu müssen und versuchen deshalb öfter, in Gesprächen zu dominieren. Sie sprechen außerdem eher sachbezogen – es geht ihnen primär um den Austausch von Informationen. Über Gefühle sprechen sie eher ungern – aus Angst, Schwäche zu zeigen – und weil sie Emotionen nicht als relevante
Informationen deuten.

Frauen fühlen sich dagegen in Gesprächen wohl, wenn die Beziehung stimmt – es geht ihnen darum, Nähe herzustellen und Konflikte zu vermeiden. Sie sind daher eher an den indirekten Botschaften zwischen den Zeilen interessiert, weil diese etwas über die Beziehung zwischen „Sender“ und „Empfänger“ aussagen können.

Wo liegt die Schwierigkeit im Austausch?

Jedes Geschlecht folgt unbewusst den jeweils eigenen, oben beschriebenen, Kommunikationsregeln – ohne die Kommunikationsregeln des anderen Geschlechts zu bedenken. Frauen neigen also beispielsweise dazu, nach indirekten Botschaften zu suchen, die der männliche Gesprächspartner gar nicht gesendet hat.

Er: „Wir haben keine Butter mehr.“
Sie: „Ich kann ja auch nicht an alles denken.“
Er: „Ich wollte ja auch nur sagen, dass die Butter aufgebraucht ist!“
Sie: „Meine Güte, dann geh doch das nächste Mal selber einkaufen!“

Während der Mann hier tatsächlich einfach nur die Information teilen möchte, dass keine Butter mehr im Haus ist, sucht die Frau instinktiv nach der indirekten Botschaft in seiner Aussage und deutet sie als versteckte Anschuldigung: „Du hast schon wieder vergessen, Butter zu kaufen!“ Die Lösung Sei in Gesprächen ruhig und aufmerksam und behalte die unterschiedliche Geschlechtersprache im Hinterkopf. Mit feinen Ohren können Missverständnisse von vornherein vermieden werden.

Speziell für Frauen gilt: Formuliere deine Anliegen klar und deutlich, anstatt darauf zu setzen, dass dein männliches Gegenüber subtile Botschaften deutet. Versuche umgekehrt auch, nicht unbedingt zwischen den Zeilen lesen zu wollen. Frage stattdessen freundlich nach, um die Situation zu klären: „Möchtest du mir damit sagen, dass ich einkaufen gehen soll?“

Speziell für Männer gilt: Frauen brauchen im Austausch meist mehr als nur einen Satz. Wenn dein weibliches Gegenüber nachhakt, führe freundlich aus, wie du das Gesagte meinst. Du brauchst auch nicht für jedes Problem, das sie dir mitteilt, einen sachbezogenen Lösungsvorschlag zu entwickeln. Oft möchte sie lediglich Anteilnahme und aufmerksames Zuhören – eben das Gefühl einer Gemeinschaft.