Lebensmittel mit Fahneneffekt

Alkohol, Kaffee und Zwiebeln – die üblichen Verdächtigen in Sachen Mundgeruch kennen wir alle. Es gibt aber auch ein paar Hidden Champions, die ganz besonders intensiven Mundgeruch produzieren können – seien Sie hiermit gewarnt vor:

Proteinen

Unsere körpereigenen anaeroben Bakterien zerlegen die in unserem Speisebrei enthaltenen Fette und Eiweiße bereits im Mund- und Rachenraum. Bei diesem ersten Schritt des Vorverdauungsprozesses entstehen Schwefelverbindungen (Sulfide) – und zwar gerade bei proteinreicher Kost. Das trifft nicht nur auf Fleisch und Fisch zu, sondern auch auf Milchprodukte. Käse ist nicht nur reich an Proteinen, sondern auch an Schwefel – Jackpot in Sachen Mundgeruch! Bei der Verdauung einer extrem proteinreichen Kost (wie z.B. bei einer Paleo-Diät oder einer Proteinshake-Kost), kann als Stoffwechselnebenprodukt sogar noch Ammoniak entstehen.
Eierlikör
Die im Eierlikör enthaltenen Zutaten – Milch, Zucker, rohe Eier und Gewürze – sind fast ein Garant für Mundgeruch; schließlich sind Proteine und Zucker die Hauptauslöser für schlechten Atem. Zucker ist ein leicht aufschließbares Nahrungsmittel für unerwünschte Bakterien im Mund und kann zu Karies und Zahnfleischerkrankungen führen. Zuckerhaltige Getränke ummanteln unsere Zähne geradezu mit Zucker und bieten Bakterien damit ein regelrechtes Nährstoffdepot.

Knoblauch

Wird die Knoblauchpflanze angeschnitten, trifft das darin enthaltene Enzym Alliinase auf die Animosäure Alliin, wodurch eine instabile schwefelhaltige Verbindung entsteht (Allicin). Beim Verzehr des Knoblauchs gelangt das entstandene Allicin in den Magen – und der typische schwefelige Geruch steigt dann über die Speiseröhre gen Mundraum auf. Schlussendlich wird der charakteristische Duft auch noch über die Haut abgegeben – und zwar bis zu 24 Stunden lang.

Meerrettich

Dieses Wurzelgewächs gehört zur Familie der Kreuzblütler – ebenso wie Wasabi, Brokkoli und Kohl. Allein diese nahe Verwandtschaft ist alarmierend. Darüber hinaus verhält sich Meerrettich ähnlich wie Knoblauch: die intakte Pflanze ist fast geruchslos, aber angeschnitten hat sie es in sich – und kann zu Senföl weiterverarbeitet werden, eines der geruchsintensivsten Öle der Welt.

Wenn Sie also ein Dinner aus Tafelspitz mit Meerrettichsauce und Eierlikör-Dessert planen – nur zu! Aber legen Sie vorsorglich eine Packung St. Sin für den guten Atem bereit.