Hitzemu(ü)ffel?

Dieser Sommer ist eine schweißtreibende Angelegenheit! Sobald unsere Körperkerntemperatur ihren Mittel von 37 Grad überschreitet, geht es los: unser wichtigster Wärmesensor, der im sogenannten Sonnengeflecht direkt neben dem Magen sitzt, gibt die Hitze-Meldung weiter ans Gehirn. Das Zwischenhirn sendet dann über die Nervenbahnen die Botschaft an die Haut: Kühlung! Über die gesamte Oberfläche der Haut verteilen sich etwa zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen, die nun ihr wässriges, elektrolytreiches Sekret absondern – insbesondere an Händen, Füßen und Achseln. Über die entstehende Verdunstungskühle schützt uns dieser Schweiß jetzt vor Überhitzung.

Dieses Abkühlungssystem springt allerdings auch bei kurzzeitiger Erhitzung des Körpers umgehend an – und braucht dann eine ganze Weile, um sich wieder herunterzufahren. Wenn Sie übermäßiges Schwitzen im Alltag vermeiden wollen, sollten Sie daher grundsätzlich eine längere, mäßige Belastung einer kurzzeitigen Anstrengung vorziehen. Also besser von vornherein zügig zur Haltestelle marschieren, als dem gemächlichen Schlendern in letzter Minute noch einen Sprint hinzuzufügen.

Schweiß ist zunächst geruch- und farblos; er beginnt erst zu riechen, wenn Bakterien ihn zersetzen. Das geschieht überall dort, wo er nicht abfließen oder abtrocknen kann – also vorrangig unter den Achseln und im Genitalbereich. Die wichtigste Regel, um Schweißgeruch zu vermeiden, lautet also, im Alltag auf die richtige Kleidung zu achten. In weiter, luftiger Kleidung schwitzt man zwar genauso viel wie in figurbetonter – aber es kommt zu einer besseren Verdunstung auf der Haut.

Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen saugen den Schweiß besser auf als Kunstfasern – sie schützen unseren Körper daher vor Geruchsbildung, fangen dafür aber selbst schnell an zu müffeln. Diese Textilien sollten regelmäßig heiß gewaschen werden. Empfindliche Kleidungsstücke, die keine hohen Waschtemperaturen vertragen, können einer Kältetherapie im Eisfach unterzogen werden. Einfach nach dem Waschen einzeln in Gefrierbeutel verpacken und für ein paar Tage im Gefrierschrank unterbringen. Das überlebt kaum eine geruchsbildende Bakterie.

Im Zuges seines Selbstreinigungsprozesses scheidet der Organismus beim Schwitzen allerdings auch reichlich Giftstoffe über die Poren aus. Um nicht übel zu riechen, sollten Sie daher vor dem Sport oder bei großer Hitze auf Knoblauch, Kaffee, Alkohol und scharfe Gewürze verzichten. Oder Sie nehmen einfach eine St. Sin – die neutralisiert schlechte Gerüche ohnehin komplett.