Fake-Profile auf Dating-Plattformen

Geld und Liebe – in der Welt des Online-Datings sind sie enger miteinander verknüpft, als uns lieb ist. Mit monatlich ca. 8,4 Millionen Partnersuchenden erzielten Deutschlands Online-Dating-Börsen immerhin einen Umsatz von annähernd 200 Millionen Euro – und das allein im Jahr 2015. Mit der Suche nach der großen Liebe lässt sich also gutes Geld verdienen – wie Sie sich bei der Partnersuche gegen Abzocke schützen können, erfahren Sie hier.

Die Masche

Mitarbeiter von Datingportalen geben sich online als attraktive, flirtwillige Frauen aus, um Kunden zu verführen – zum Geldausgeben. Die Firmen verdienen daran ziemlich gut, die textenden Angestellten erhalten dagegen einen Mindestlohn. Was unglaublich klingt, ist in vielen Fällen so real, dass es nicht einmal verheimlicht wird. Ganz offen geben die Betreiber gängiger Online-Dating-Plattformen in ihren AGBs an, „zur Animation und Unterhaltung der Nutzer professionelle Animateure und Operatoren ein (-zusetzen), die im System nicht gesondert gekennzeichnet werden.“ Im Klartext heißt das – Angestellte der Firma werden dafür bezahlt, sich Fake-Profile anzulegen und mit Nutzern der Dating-Plattform in Kontakt zu treten. Triebfeder für diese Taktik bildet das Freemium-Modell, auf dem die meisten Online-Dating-Plattformen beruhen. Die Registrierung bei diesen Portalen ist kostenfrei, die vollumfängliche Nutzung allerdings kostenpflichtig und erfordert eine Premium-Mitgliedschaft. Um den Abschluss einer solchen Mitgliedschaft zu provozieren, werden offensive Nachrichten, ausgehend von Fake-Profilen, eingesetzt.

So erkennen Sie Fake-Profile

  1. Der schöne Schein: Ist das Profilfoto zu schön um wahr zu sein, dann ist es das vermutlich auch nicht. Nutzen Sie die Google Rückwärts-Bildersuche, um herauszufinden, ob dasselbe Bild auf anderen Seiten im Netz bereits Verwendung gefunden hat.
  2. Der frühe Vogel: Bekommen Sie unmittelbar nach Ihrer kostenlosen Anmeldung eine Nachricht, deren Inhalt relativ standardisiert oder allgemein gehalten wirkt, ist Vorsicht geboten.
  3. Schlamperei: Auch das Profil Ihres Flirtpartners kann Aufschluss geben – Singles, die es mit ihrer Suche ernst meinen, füllen ihr Profil in der Regel gewissenhaft aus und geben sich Mühe, sich selbst vorzustellen. Wirkt das Profil dagegen inhaltlich schwammig oder kommt mit Extremen daher, sollten Sie es mit Vorsicht genießen
  4. Zeitschinderei: Das erste Treffen jenseits der Online-Plattform wird seitens Ihres Flirtpartners immer weiter hinausgezögert oder verschoben? Hellhörig werden!
  5. Money Money Money: Keiner Bitte um Geld sollten Sie nachkommen – egal, wie mitleiderregend die Story Ihres Flirtpartners sein mag.
  6. Legal Business: Checken Sie die AGBs der Partner-Börse, der Sie beitreten möchten – werden dort Animateure, Controller, Operatoren oder IKMs erwähnt, sollten Sie die Finger von dieser Plattform lassen.

Grundsätzlich sollten Sie im Netz nie zu viel von sich preisgeben, und möglichst zügig ein persönliches Treffen vereinbaren. Haben Sie eine Person im Verdacht, ein Fake Profil zu betreiben, so versuchen Sie zunächst, telefonisch mit ihr Kontakt aufzunehmen, bevor Sie ein Treffen vereinbaren – oder sich auf andere Art, z.B. über eine Webcam, zu vergewissern, dass es sich um die Person auf dem Foto handelt. Sollten Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einem Fake-Profil aufgesessen sein, melden Sie es dem Betreiber der Seite und wechseln Sie anschließend bereits ausgetauschte Kontaktdaten wie Handynummer oder Skype-Account.