Das Wummern auf der Landstraße

Harley-Fahrer sind Individualisten – und passen damit bestens in unsere individualistische Zeit. Schließlich kann man davon ausgehen, dass keine zwei identischen Harleys auf dieser Welt unterwegs sind – der Original-Zubehörkatalog spricht Bände. In den 60er Jahren der Traum eines Rockers, heute der eines Hipsters? Und schließt das eine denn das andere aus? Bevor die Harleys für den Winter eingemottet werden: Zeit für einen liebevollen Blick auf die Biker und ihre schweren Maschinen.

Die Harley-Davidson

Die Harley-Davidson, geprägt durch die 60er Jahre der Rockbewegung, ist immer noch ein fester Bestandteil der amerikanischen Kultur – der nun auf den Straßen Deutschlands transformiert wird. Ein kleines Stück der unbegrenzten Möglichkeiten, ein bisschen ungezähmte Freiheit auf den braven deutschen Landstraßen. “Wer sich für eine Harley-Davidson entscheidet, erwirbt ein Lebensgefühl – das Motorrad gibt es kostenlos dazu“ (Willie G. Davidson) – und das gilt wohl für jeden, der sich ein Stück von diesem lässigen Lebensgefühl nach Hause holen will.

Die individualisierte Harley

Egal ob Rocker oder Hipster – die Besitzer der Bikes möchten sich selbst und ihre Persönlichkeit darin wieder erkennen. Die individualisierte Harley soll dabei so unverwechselbar sein, wie das Pferd für den Cowboy. Und dieses kleine bisschen Außendarstellung steht keineswegs im Widerspruch zum Lebensgefühl des Cruisens.

Denn Zweckmäßigkeit oder Funktionalität spielen bei bei der Harley keine Rolle – sondern eher der konsequente Verzicht auf beides. Die Fußbretter, die breitbeinige Sitzhaltung, die Reifen: eine Harley ist auf ganzer Linie schwerer, dicker und breiter als nötig – und sieht dadurch eben verdammt cool aus. Ein ganz leichter Griff am Gas – und schon bei 3000 Umdrehungen setzt die Harley ihre ganze Kraft ein. Die Leistungsreserve der Maschine nicht abrufen zu müssen – auch das macht Gefühl des cruisens aus. Beim entspannten Wummern über die Landstraße kann die Gelassenheit des Motors auf die eigene Seele übergehen. Und genau diese entspannte Lässigkeit kann uns jederzeit gut tun.